Digitale Mobilitätslösungen können einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung der Mobilität leisten. Dieses Ergebnis zeigt eine Studie zur Potenzial- und Akzeptanzanalyse digitaler und nachhaltiger Mobilitätslösungen des Instituts CENTOURIS. Diese wurde im Kontext des Projektes DEGREE4ALPS, das durch die Europäische Union im Rahmen des Interreg-Alpenraumprogramms kofinanziert wird durchgeführt.
Dafür wurde ein umfassender Multi-Methoden-Ansatz angewendet: Neben einer ausführlichen Literaturrecherche wurden Tiefeninterviews mit Projektpartnern geführt sowie Befragungen von Stakeholdern und Nutzerinnen und Nutzern durchgeführt. Während sich die Stakeholder- und Partnerbefragungen der Erfahrungen und Expertise der Teilnehmenden widmet, untersucht die Endnutzerstudie die digitale Bereitschaft und Offenheit der Bevölkerung in den einzelnen Projektregionen.
Die Ergebnisse verdeutlichen: Ein wichtiger Ansatzpunkt für Verbesserungen der Mobilitätsdienste liegt in ihrer Digitalisierung. Diese bietet großes Potenzial, das Mobilitätssystem effizienter und nutzerfreundlicher zu gestalten. Voraussetzung dafür ist jedoch eine breite Akzeptanz in der Bevölkerung. Es zeigt sich, dass einerseits ein Großteil der Befragten in der Nutzerstudie einen sehr routinierten Umgang mit digitalen Geräten pflegt, jedoch lediglich knapp 20 Prozent angeben, bereits digitale Mobilitätslösungen zu nutzen. Sowohl Stakeholder als auch Nutzerinnen und Nutzer sehen Komfort, Zeitersparnis und Kosteneinsparungen als wichtigste Anreize für die Nutzung digitaler Mobilitätslösungen.
Besonders gefragt sind dabei Funktionen wie Routenplanung, Echtzeitinformationen zu Verkehr und Störungen sowie integrierte Bezahlmöglichkeiten. Gleichzeitig zeigt die Studie, dass für eine erfolgreiche Einführung digitaler Lösungen auch bestehende Bedenken berücksichtigt werden müssen. Nutzerinnen und Nutzer äußern vor allem Zweifel an der Zuverlässigkeit digitaler Anwendungen, während auch eingeschränkte Flexibilität und Datenschutzbedenken eine Rolle spielen.
Digitale Mobilitätslösungen können einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung des öffentlichen Verkehrs leisten. Knapp 40 Prozent der teilnehmenden Endnutzerinnen und Endnutzer sind interessiert an der Digitalisierung der Mobilitätslösungen in ihrer Region. Potenzial, bei aktuell eher geringer Durchdringung besteht somit. Entscheidend ist jedoch, dass sie zuverlässig funktionieren, einen echten Mehrwert bieten und an die Bedürfnisse der Nutzerinnen und Nutzer angepasst sind. Darüber hinaus spielen lokale Anpassungen und eine transparente Kommunikation der Vorteile eine zentrale Rolle, um Vertrauen und Akzeptanz zu stärken.
Die Nutzerstudie widmet sich zudem der Analyse der Ausgangslage im Hinblick auf das Mobilitätsverhalten der Befragten in der jeweiligen Projektregion (Bundesland Bayern (DE), Bundesland Steiermark (AT), Region Veneto (IT), Kanton Ticino (CH) und Region Osrednjeslovenska und Region Podravska (SL)). Die Analyse ergab, dass das am häufigsten genutzte Verkehrsmittel der private Pkw ist, wobei mehr als die Hälfte der Stichprobe dieses regelmäßig nutzt. Am zweithäufigsten nutzen die Befragten öffentliche Verkehrsmittel.
Zudem zeigte sich, dass Zeitersparnis, Zuverlässigkeit und Praktikabilität die wichtigsten Kriterien für die Menschen in Bayern bei der Wahl ihres Verkehrsmittels darstellen. Die Ergebnisse zeigen, dass die Menschen in Bayern mit der aktuellen Situation des öffentlichen Verkehrs moderat zufrieden sind. Im Vergleich dazu fällt die Zufriedenheit in der Schweiz höher aus, während die Befragten in Italien deutlich kritischer sind. Interessanterweise bewerten die Nutzerinnen und Nutzer die aktuelle Mobilitäts-Situation insgesamt positiver, als dies von den Stakeholdern erwartet wurde.
Gleichzeitig sehen sowohl Stakeholder als auch Nutzerinnen und Nutzer klaren Verbesserungsbedarf, insbesondere bei der Taktfrequenz und der räumlichen Abdeckung der Angebote. Aus Sicht der Bevölkerung sind vor allem eingeschränkte und unzureichende Verbindungen ein zentraler Grund dafür, den öffentlichen Verkehr nicht häufiger zu nutzen.
Auch wenn sich viele Herausforderungen in den untersuchten Regionen ähneln, zeigt die Studie, dass regionale Besonderheiten künftig noch stärker berücksichtigt werden sollten, um digitale Mobilitätslösungen erfolgreich zu implementieren.
Das Projekt DEGREE4ALPS (DigitalisEd and GREEn mobility for ALPine Space communities) wird von der Europäischen Union im Rahmen des Interreg-Alpenraumprogramms kofinanziert. Ziel des Projekts ist es, die Erreichbarkeit für alle Bürgerinnen und Bürger in peripheren und ländlichen Gebieten des Alpenraums zu verbessern und umweltfreundliche Mobilität durch Digitalisierung zu fördern.
Weitere Informationen zum DEGREE4ALPS-Projekt finden Sie unter https://www.alpine-space.eu/project/degree4alps/.
Digital mobility solutions as a booster for public transport
Digital mobility solutions can make an important contribution to the advancement of mobility. This is the conclusion of a study on the potential and acceptance analysis of digital and sustainable mobility solutions conducted by the CENTOURIS Institute. The study was carried out as part of the DEGREE4APLS project, which is co-funded by the European Union through the Interreg Alpine Space Programme.
A comprehensive multi-method approach was employed for this study: in addition to an extensive literature review, in-depth interviews with project partners were conducted, as well as surveys of stakeholders and end users. While the stakeholder and partner surveys focused on the participants expertise, the end-user study examined the digital readiness and openness of the population in the respective project regions.
The results illustrate: a key starting point in improving mobility services lies in their digitalization. This has great potential to make the mobility system more efficient and user friendly. However, broad public acceptance is needed. The end user study reveals that while a majority of respondents are very proficient in using digital devices, only about 20% currently use digital mobility solutions. Both stakeholders and users see convenience, time savings, and financial incentives as the main motivating factors for adopting digital mobility solutions.
The digitalisation of mobility allows for the introduction of several features. From an end user’s perspective, the most important aspects include route planning, real-time traffic and disruption information, as well as integrated payment options While the study reveals several factors which motivate end users to engage with digital mobility solutions, the most pressing barriers and concerns that prevent from usage have been identified as well. Users primarily express doubts about the reliability of digital applications, while limited flexibility and data privacy concerns play also an important role.
Digital mobility solutions may offer great advantages in general and specifically with regards to improved accessibility to all citizens in rural areas. Nearly 40% of participating end users are interested in the digitalization of mobility solutions in their regions. So, there is potential despite current low adoption rates. However, it is crucial, that these solutions function reliably, offer real added value, and are in alignment with user requirements. Additionally, local adaptation and transparent communication of benefits are essential for fostering trust and acceptance.
The user study also analysed the mobility behaviour of respondents in the project region (federal state of Bavaria (DE), federal state of Styria (AT), region Veneto (IT), Cantone Ticino (CH), and the regions of Osrednjeslovenska and Podravska (SL). The analysis revealed that the most commonly used means of transport is the private car, with more than half of the sample using it on a very regular basis. The second most used is public transport. The findings moreover indicate that time savings, reliability, and practicality are the most important criteria for people in Bavaria when choosing their mode of transport. Respondents from Bavaria reported a moderate level of satisfaction with the current public transport situation. In comparison satisfaction is higher in Switzerland, whereas respondents in Italy are much more critical. Interestingly, users rate the current public transport situation more positively than stakeholders had anticipated, indicating a higher level of satisfaction than expected.
Nonetheless, both stakeholders and users identify clear areas for enhancement, particularly with regard to the frequency and coverage of services. Users, too, cite limited and inadequate connections as primary reasons for not using public transport more frequently.
Although many challenges appear broadly consistent across the regions studied, the research suggests that regional specificities should be given greater consideration in the future of to successfully implement digital mobility solutions.
The DEGREE4ALPS project (DigitalisEd and GREEn mobility for ALPine Space communities) is co-funded by the European Union under the Interreg Alpine Space programme. The project aims to improve accessibility for all citizens in Alpine peripheral and rural areas, and to enhance green mobility operations through digitalization. For more information on the DEGREE4ALPS project visit, https://www.alpine-space.eu/project/degree4alps/.

