02.11.2021

EU-Förderprojekt UPSURGE: Nachhaltige Stadtentwicklung durch Nature-Based Solutions

Im Projekt „UPSURGE“ forscht das Institut CENTOURIS der Universität Passau zusammen mit Partnern aus 14 europäischen Ländern an der Entwicklung eines umfassenden Referenznetzwerks für zukünftige Stadtgestaltung und -entwicklung. Gefördert wird dieses Projekt über vier Jahre hinweg von der Europäischen Union im Programm Horizont 2020.

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Auch wenn Städte prozentual gesehen nur einen geringen Teil der gesamten Erdfläche einnehmen, so wachsen sie sowohl hinsichtlich der Einwohnerzahlen als auch der verbrauchten Flächen rasant. Bereits heute wird den urbanen Räumen rund zwei Drittel des weltweiten Energieverbrauchs und entsprechend hohe CO2-Emissionen zugeschrieben. Diese Entwicklung wirkt sich auch auf die Luftqualität aus, was unter anderem zu zunehmender Besorgnis hinsichtlich der Gesundheit und des Wohlbefindens der Einwohnerinnen und Einwohner führt. Um diesen Herausforderungen entgegenzuwirken und das menschliche Wohlergehen sowie die Biodiversität zu unterstützen, wird zunehmend die Entwicklung und Umsetzung von sogenannten Nature-Based Solutions (NBS) forciert.

Aufgrund der Vielzahl verschiedener existierender NBS und deren Anwendungsmöglichkeiten entstehen in Städten oftmals zahlreiche Herausforderungen, wenn es um eine passende Lösung für regionalspezifische Bedürfnisse geht. Hier setzt das Projekt UPSURGE („City-centred Approach to Catalyse Nature-Based Solutions through EU Regenerative Urban Lighthouse“) an. Dieses Projekt wird, basierend auf datenbasierten Sensoren und Künstlicher Intelligenz, ein Referenznetzwerk für bereits bestehende Lösungen bilden, um Städten das Wissen sowie Orientierung für einen gelungenen Übergang hin zu einer nachhaltigen Stadtentwicklung zu geben.

Beteiligung von fünf europäischen Städten als Modellregionen

Die exemplarische Umsetzung verschiedener NBS wird in fünf Modelstädten durchgeführt. In ausgewählten Stadtvierteln in Budapest, Maribor, Breda, Katowice und Belfast werden Begrünungsvorhaben wie etwa sogenannte „Urban Jungles“ oder „Urban Gardening“-Anlagen geschaffen. Diese Umsetzung wird durch umfassende Messungen und lokaler Bürgerbeteiligungsprozesse, die die Auswirkungen auf die Natur und die Gesellschaft bestimmen, begleitet. Letztendlich werden alle Ergebnisse digital aufbereitet zur Verfügung gestellt und die Skalierbarkeit und Übertragbarkeit auf andere Städte erarbeitet.

Passauer Institut stellt die potentiellen Nutzerinnen und Nutzer in den Mittelpunkt

Das Projektteam des Instituts CENTOURIS erforscht im Rahmen des Projekts zunächst den sozioökonomischen Status Quo in den beteiligten Städten. Zudem sollen die Bewohnerinnen und Bewohner vor Ort von Beginn an aktiv in die städtebaulichen Vorhaben involviert werden: „Die örtliche Bevölkerung stellt letztendlich den Endnutzer der neuen Installationen in den Städten dar. Deshalb ist es unabdingbar, diese von Beginn an in den Mittelpunkt des gesamten Prozesses zu stellen“, erklärt Dr. Stefan Mang, Geschäftsführer von CENTOURIS. Und Projektleiterin Christina Korter ergänzt: „Über den gesamten Projektverlauf hinweg untersuchen wir in Zusammenarbeit mit kommunalen Akteuren die Wahrnehmung und Präferenzen potenzieller Zielgruppen mittels wissenschaftlich fundierter Methoden und umfassender Beteiligungsprozesse. Begleitend zu den technischen Entwicklungen finden Bevölkerungsbefragungen und Usability-Tests statt.“ Durch das direkte Nutzerfeedback von Beginn an soll eine hohe Bereitschaft zur späteren Inanspruchnahme der neu geschaffenen Angebote erreicht und sämtliche Installationen dem spezifischen Bedarf vor Ort gerecht werden. „Eine hohe bevölkerungsseitige Akzeptanz ist für die Nachhaltigkeit der NBS essenziell und die Ergebnisse dienen als Grundlage für Konzepte und Handlungsempfehlung bezüglich einer Übertragbarkeit verschiedener NBS auf andere Städte und Regionen“, so Mang.

Mit dem Projekt UPSURGE erweitert das Institut CENTOURIS seine Kompetenzen in den kommenden Jahren in einem äußerst relevanten Themenfeld und leistet einen wertvollen Beitrag zum Forschungsschwerpunkt „Nachhaltige Entwicklung“ der Universität Passau. Das Projektkonsortium setzt sich aus 23 Partnern aus 14 europäischen Ländern zusammen. Neben der Universität Passau wirken als wissenschaftliche Partner die Universität Antwerpen, die Queen’s University Belfast, die Universität Leeds sowie die Universität für Bodenkultur Wien mit. Weitere Partner sind Umweltverbände, Beratungsagenturen, Unternehmen und Stadtverwaltungen.

 

Für dieses Projekt werden im Rahmen der Finanzhilfevereinbarung Nr.101003818 Fördermittel aus dem Programm der Europäischen Union für Forschung und Innovation „Horizont 2020“ bereitgestellt.